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Mieterbund Aschaffenburg e.V.

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Zehn Irrtümer bei der Wohnungsrückgabe

Bei der Wohnungsrückgabe am Ende des Mietverhältnisses machen Mieter immer noch viele Fehler.

  1. Wenn ich ausziehe, endet das Mietverhältnis.“

Das ist falsch: Ein Mietverhältnis endet entweder mit der Kündigung oder dem Aufhe­bungsvertrag. Dies bedeutet auch, dass bei einer Rückgabe der Wohnung vor Beendigung des Mietverhältnisses (also der Kündigungsfrist) die Mietzahlungsver­pflichtung grundsätzlich bis zum Ende des Mietverhältnisses weiterbestehen bleibt. Dies schließt die Verpflichtung zur Zah­lung der laufenden Nebenkostenvoraus­zahlungen ein.

Achtung: Bei gesondertem Garagenmiet­vertrag muss auch dieser gesondert ge­kündigt werden.

2. „Der Vermieter weiß ja, dass ich ausziehe und kann einen Über­gabetermin mit mir vereinbaren.“

Irrtum: Die Rückgabeverpflichtung liegt beim Mieter, daher muss der Mieter auch die Übergabe bewirken und dem Vermie­ter den Besitz an der Mietsache verschaf­fen.

3. „Es reicht aus, wenn ich den Schlüssel dem Hausmeister oder dem Nachmieter übergebe.“

Das ist falsch: Es ist nicht ausreichend, wenn der Mieter den Besitz aufgibt, er muss ihn dem Vermieter verschaffen. Der Vermieter kann eine Person beauftragen, der Hausmeister ist aber nicht der „natürli­che“ Beauftragte des Vermieters.

Wenn der Vermieter jemanden bevoll­mächtigt, die Wohnung und die Schlüssel entgegenzu- nehmen, sollte eine schriftli­che Vollmacht vorliegen.

4. "Es reicht aus, wenn ich einen Schlüssel übergebe, dann kann der Vermieter ja in die Woh­nung“.

Das ist falsch: Grundsätzlich gehört zur Rückgabe der Wohnung die Übergabe sämtlicher Schlüssel, auch der nachgemachten.

5. „Es muss ein Übergabeprotokoll gefertigt werden.“

Nein: Ein Übergabeprotokoll muss nicht angefertigt werden, kann aber sinnvoll sein, um nachträgliche Rekla­mationen des Vermieters auszuschließen. Mit seiner Unterschrift bestätigt er, dass die Wohnung in einem vertragsmäßigen Zustand zurückgegeben wurde.

Enthält das Übergabeprotokoll allerdings Forderungen an den Mieter, die dieser nicht für berechtigt hält, sollte das im Protokoll vermerkt sein ( z.B. "Beseitigungspflicht ist streitig" oder   "kein Konsens"), oder man solllte  ein sol­ches Protokoll nicht unterzeichnen.

Vorsicht: Übergabeprotokolle, die auf einem Tablet etc. erstellt werden, sollte der Mieter nur elektronisch unterschrei­ben, wenn bei der Übergabe auch ein Ausdruck des Protokolls erfolgt oder an­derweitig sichergestellt werden kann, dass die Angaben auf dem Protokoll voll­ständig erhalten bleiben.

6. Wenn der Vermieter zum Über­gabetermin nicht erscheint, muss ich nichts unternehmen“.

Das ist nicht richtig: Der Vermieter be­findet sich dann zwar in Annahmeverzug, trotzdem muss der Mieter alle Möglichkei­ten in Betracht ziehen, dem Vermieter die Schlüssel zu übergeben.

Unser Tipp: Wenden Sie sich schriftlich an Ihren Vermieter und schicken Sie ihm die Schlüssel mit einem entsprechenden Anschreiben entweder per Einschrei­ben/Rückschein oder Einwurf mit Zeu­gen."

7. „Es reicht zur Rückgabe aus, wenn ich die Wohnung aufgebe.“

Das kann teuer werden: Grundsätzlich gehört zur Rückgabeverpflichtung die vollständige Räumung einschließlich aller mitgemieteten Nebenräume, die Entfer­nung von selbst eingebauten Einbauten und auch die Beseitigung von Sperrmüll.

8. “Die Wohnung muss ich grundsätz­lich nur besenrein verlassen.“

Vorsicht: Das gilt nur dann, wenn im Mietver­trag keine andere Regelung vorhanden ist oder wenn ausdrücklich festgehalten ist, dass der Zustand besenrein sein soll. Dann genügt die Beseitigung grober Verschmutzungen.

9. „Bei Auszug muss ich die Ab­lesefirma zur Zwischenablesung be­stellen.“

Das ist nicht richtig: Die Heizkosten muss der Vermieter abrechnen, deshalb muss auch er einen Termin mit der Ablesefirma ausma­chen.

Bei elektronischen Ablesegeräten, kann die Ablesung gemeinsam von Mieter und Vermie­ter vorgenommen werden (auch Kalt- und Warmwasserstände).

Bei Verdunstungsröhrchen gilt: Liegt der Auszug ca. drei Monate vor oder nach der Hauptablesung, muss keine

Zwischenablesung gemacht werden. Diese ergäbe keine ver­wertbaren Ergebnisse. Eine zeitanteilige Auf­teilung ist billiger, weil die Zusatzkosten ge­spart werden.

10. „Dem Vermieter gebe ich nicht meine neue Adresse, das geht ihn gar nichts an.“

Das ist falsch: Sorgen Sie immer dafür, dass der Vermieter eine Adresse zur Verfügung hat, unter der er Sie erreichen kann. Im Regelfall sind ja noch Kaution und letzte Neben­kostenabrechnung an Sie weiterzuleiten.

 

Mietertipps zum Umzug:

  • Entfernen Sie Ihr Namensschild vom Brief­kasten und Klingel.

  • Sorgen Sie für einen postalischen Nachsendeantrag. Man sollte zusätzlich dem Nachmieter die Adresse mitteilen, damit er fehlgeleitete Post nachsenden kann.

  • Melden Sie sich beim Einwohnermeldeamt um. Seit dem 01.11.2015 gilt ein neues Meldegesetz, das Mieter und Vermieter gleichermaßen trifft. Es handelt sich dabei um die Wiedereinführung der Mitwirkungs­pflicht im Meldewesen.“ Für den Vermie­ter bedeutet das, dass er gegenüber sei­nem Mieter eine Bestätigung mit folgenden Angaben ausstellen muss.

  • Name und Anschrift des Vermieters

  • Art des meldepflichtigen Vorgangs mit Ein­zugs- oder Auszugsdatum

  • Anschrift der Wohnung

  • die Namen der meldepflichtigen Personen

  • sowie das Einzugsdatum

  • Vergessen Sie vor allem nicht, dass Sie eigene Verträge mit beispielsweise Strom- und Gasversorgern selbst kündigen müs­sen.

  • Bei Umzug in eine andere Stadt: Telefon ummelden.

  • Um eine eventuelle Zwischenablesung der Heizung muss sich der Vermieter kümmern.

  • Anschriftenänderung an Hausrat-, Haft­pflicht- und sonstige Versicherungen sowie an den Mieterverein !

Der Vermieter ist verpflichtet, diese Bestäti­gung innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug zu erstellen. Ansonsten droht ihm Buß­geld. Ein Bußgeld droht auch dem Mieter, wenn er seiner Anmeldepflicht am neuen Woh­nort nicht innerhalb von zwei Wochen nach­kommt. Mit der Änderung sollen Scheinanmel­dungen verhindert werden

 

Für eine individuelle Rechtsberatung vor der Wohnungsrückgabe kön­nen Sie gerne einen Beratungstermin beim Mieterverein vereinbaren.

 

 


 

 

 

 

 

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